SCHUCO



Die Geschichte von Schuco ist die Geschichte von Heinrich Müller.

Er gründete die Firma als 25jähriger im Jahr 1912, nachdem er vorher bei der Spielzeugfirma BING als Mustermacher tätig war.
Sein damaliger Compagnon war Heinrich Schreyer, der Name Schuco war die Abkürzung für Schreyer & Co.
1918 verließ Schreyer die Firma, der Name Schuco wurde aber beibehalten.

Mercedes-Formelrennwagen 'Studio' aus Blech Dem Genie Heinrich Müller gelang es mit seinen technisch verblüffenden und qulatitativ hervorragenden Spielwaren schnell internationale Märkte zu erobern. Im Laufe seines Wirkens erhielt Müller über 1000 eingetragene Patente. Innerhalb weniger Jahre gelang es Schuco sich einen der berühmtesten Markennamen in der Spielwarenbranche zu schaffen.
1936 wurden die ersten Spielzeugautos gefertigt.
In der Wirtschaftswunderzeit nach dem 2.Weltkrieg wuchs der Umsatz immer weiter. Jedes Jahr wurde ein neues Modell herausgebracht.

Bild: Der "Studio-Rennwagen" - Das meistgebaute Schuco-Modell -
Dieses Blechauto wird ohne größere Unterbrechung von 1937 bis heute gefertigt.

Im Jahr 1958 jedoch verstarb Heinrich Müller.

In der darauffolgenden Zeit stellte sich aber immer mehr heraus daß das gesamte Firmenkonzept ausschließlich auf Müllers Ideenreichtum und Innovationskraft aufgebaut war.
Einige Zeit konnte man von den Erfindungen und Entwicklungen des Firmengründers noch ganz gut existieren,
doch langsam aber stetig ging es bergab.
Die Entwicklungskosten und Produktionskosten für die technisch aufwendigen Spielzeuge stiegen stetig und die Mitbewerber boten billigere Produkte aus einem neuen und leichter zu verarbeitenden Material.

Das Plastikzeitalter beginnt
1969 wurde die Fertigung von Blechspielzeug größtenteils eingestellt und man begann stattdessen, dem allgemeinen Trend folgend, jetzt Kunststoffmodelle zu fertigen.
Nur die Produktion der (verlustbringenden) Zinkdruckguß-Automodelle lief noch unverändert weiter.

1974 bekam Schuco erstmals ernste Liquiditätsprobleme.
Zu einem Konkurs kam es jedoch Dank einer finanziellen Unterstützung durch den bayerischen Staat und dem Hamburger Verleger Ernst Nauman nicht.... noch nicht.

BMW 3.0 Csi Elektrofunktionsmodell aus Kunststoff


Haupt-Katalog 1975 Der Hauptkatalog 1975 war voll mit großen Automodellen aus Kunststoff
und Druckgußmodellen in 1:66 und 1:43, man fand aber kaum noch Blechmodelle.

Nur der "Studio-Rennwagen"
- Mercedes-Silberpfeil Bauj.1936 -
(Bild ganz oben auf der Seite) wurde noch komplett aus Blech gefertigt.
 
"Schuco rollt wieder"
hieß im Frühjahr 1976 die optimistische Devise auf der Nürnberger Spielwarenmesse.
Es sollte anders kommen...

Neuheitenprospekt 1976



 
Der Konkurs

Im Herbst 1976 mußte Schuco endgültig Konkurs anmelden, und wurde 1977 an die englische Spielzeugfirma DCM verkauft.

Katalog 1977 (DCM) DCM war jedoch nicht an einer Weiterführung der Geschäfte interessiert, sondern nur an dem klangvollen Namen.

Die Produktionsstätte in Nürnberg wurde komplett aufgelöst und Maschinen und Formen stückweise verkauft oder verschrottet.

Unter dem Namen Schuco wurden nun Puppen, Kindertretfahrzeuge und einige ferngesteuerte Fahrzeuge mehr oder weniger erfolglos verkauft.

1980 ging die Mutterfirma DCM in Konkurs.

Katalog 1979 (DCM)


 
Jetzt wurde der Markenname Schuco vom ehemaligen Nürnberger Konkurrenten GAMA (Trix - Mangold GmbH) übernommen.
Siehe auch: Firmenportrait GAMA

Seit Ende der siebziger Jahre wurde nämlich in Deutschland damit begonnen in größerem Umfang Blechspielzeug zu sammeln.
Blechspielzeug aber, das war etwas das es inzwischen nirgends mehr als Neuware zu kaufen gab.
Diese Marktlücke sollte durch Schuco geschlossen werden, was Dank des immer noch berühmten Namens erfolgversprechend erschien.

Katalog 1981(GAMA)
Ab 1981 wurde jedes Jahr ein altes Schuco Modell wiederbelebt.

1993 wurde die Fertigung von Trix und Gama zusammengelegt.

Jetzt wurden auch Zinkdruckgußmodelle aus dem ehemaligen Gama-Programm unter dem Namen Schuco vertrieben.
Die Produktion von Gama-Modellen wurde eingestellt.

Katalog 1982(GAMA)


 
1996 wurde Trix (und damit auch die Rechte an den Markennamen Schuco und Gama) durch Märklin übernommen.
Die Befürchtungen daß Schuco nun endgültig sterben würde bewahrheiteten sich allerdings nicht.
Im Gegenteil:
Schuco wurde aus dem Verbund ausgegliedert und konnte wieder als eigenständige Firma agieren.
Ein gravierender Unterschied zum Schuco Angebot von früher besteht allerdings schon, denn heutzutage setzt Schuco auf erwachsene Nostalgie-Sammler statt auf Kinder.

Schuco nennt sich jetzt selbst ein: "Modernes, flexibles und kundenorientiertes Unternehmen".
Und wie in vielen modernen, flexiblen Unternehmen meint Flexibilität auch die Auslagerung der Fertigung auf Fremdfirmen.
Die Produktion erfolgt z.T. in Ungarn (Blech) oder wird von anderen in- und ausländischen Betrieben im Lohnauftrag erledigt.
In den Firmenräumen auf dem Trix - Gelände in Nürnberg kümmert man sich vor allen Dingen um die Pflege des weltberühmten Namens und um das Marketing.

Katalog 1996 (gesucht) Katalog 1997 Katalog 1998
Katalog 1999 Katalog 2000 Katalog 2001
Katalog 2002 Katalog 2003 Katalog 2004
Katalog 2005 Katalog 2006



 
Am 1. April 1999 wurde Schuco von der Unternehmensgruppe Simba/Dickie übernommen.

Der Firmenname lautet jetzt: Dickie-Schuco GmbH & Co. KG (Fürth Bay.)
Nach Angabe der Simba Toys-Firmenchefs Heinrich Sieber erhofft man sich Synergie-Effekte und Expansionsmöglichkeiten vor allem im Exportbereich.
Es ist geplant den Bertiebsstandort von Nürnberg an den Stammsitz von Simba/Dickie in Fürth-Stadeln zu verlegen, der Versandbereich soll größtenteils vom Logistikzentrum Sonneberg (Thüringen) übernommen werden.

Simba/Dickie ist einer der größten Spielwarenanbieter in Europa,
hat etwa 300 Mitarbeiter und erzielte 1998 mit etwa 3000 verschiedenen Artikeln einen Umsatz von etwa 400 Millionen Mark.

Zum 31.12. 2000 verläßt Peter Brunner die Firma.
Brunner hatte die letzten sieben Jahre die Firma Schuco geleitet und nach turbulenten Zeiten wieder zu dem gemacht hat was sie heute darstellt.

Seit dem Jahr 2000 bemüht sich Simba auch wieder um eine nachwachsende Schuco-Fangemeinde,
und hat deshalb unter dem Namen Schuco Junior-Line eine Produktpalette mit preiswerten Artikeln für jüngere Abnehmer zusammengestellt.
Hierfür werden separate Kataloge gedruckt die jährlich neu aufgelegt werden.

Schuco Junior-Line Katalog 2000 Schuco Junior-Line Katalog 2001 Schuco Junior-Line Katalog 2002
Schuco Junior-Line Katalog 2003 Schuco Junior-Line Katalog 2004 Schuco Junior-Line Katalog 2005
Schuco Junior-Line Katalog 2006



 
Schuco Erzeugnisse sind durch eine deutliche Kennzeichnung relativ leicht den verschiedenen Epochen zuzuordnen.
Ausnahme: Bei Produkten die im Ausland gefertigt werden unterbleibt der Herkunftsnachweis.
Zum Beispiel: Mercedes 170V Kastenwagen und Schuco Garage Nr. 1500
(Bei der Garagen-Replik wurde das "Made in Germany" der Originalvorlage sogar nachträglich geschwärzt)

Ein paar Worte zu den Preisen
Natürlich ist Schuco Spielzeug teuer. Schuco Spielzeug war schon immer teuer.
Schuco hat schon immer Qualitätsprodukte geliefert, und Qualität hatte schon immer ihren Preis.

Und wenn jemand heute dem einst nicht gekauften 40 Mark-Auto von 1955 nachtrauert,
sollte er immer bedenken daß er nach heutigen Maßstäben gerechnet damals mehr als 200 Mark dafür bezahlt hätte.

Schuco betreibt auch eine eigene Website.
Siehe: 1111 Modellauto-Links / Hersteller

 
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Versuchen Sie es doch mal bei
www.rudgerhuber.de
Rudger Huber
Blechspielzeugversand
Am Plattenberg11 8104 Mörnsheim /Mühlheim Tel.+4991456300

oder in der:
Schuco Klinik - Herr Reichard
Am Hohen Weg 2b - 82288 Kottgeisering
Tel. +4981449969374


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  Updated : 1. April 2005